Barb & J.C. Hendee - Dhampir: Halbblut

01:35 Katharina Erfling 0 Comments



Barb & J.C. Hendee - Dhampir: Halbblut

Originaltitel: Dhampir
übersetzt von: Andreas Brandhorst
erschienen bei Egmont Lyx

Ersteerscheinung: 15. April 2008
als Taschenbuch seit: 6. September 2010
8,95€ [DE]  |  9,20€ [AT]
ISBN: 978-3-8025-8405-3




Vampire sind spätestens seit der erfolgreichen Buchreihe von Stephenie Meyer und den dazugehörigen Kinofilmen in aller Munde. Sie spalten die Fantasywelt in Lager: Manche der Leser können von den glitzernden Vegetarier-Vampiren nicht genug bekommen, andere sehnen sich nach dem Ursprung, nach Vampiren wie die, die Bram Stoker oder Anne Riece geschaffen haben. Und wieder andere können die ewig gleichen Vampirromanzen einfach nicht mehr sehen.

Mir ging es ähnlich. Ich hatte einfach zu viele Vampirgeschichten gelesen, um noch daran Gefallen zu finden. Und stehts ging es um das Gleiche: Armes unscheinbares Mädchen, lernt in ihrer eigentlich geregelten Welt diesen mysteriösen aber gutaussehenden Fremden kennen, der ein ganz spezielles Geheimnis hat. Doch dann fiel mir dieses Buch in die Hände.

In Dhampir lernen wir die junge Magiere kennen, die sich gemeinsam mit ihrem Freund, dem Halbelfen Leesil und dessen Hund Chap, ihr Brot damit verdient auf Vampirjagd zu gehen. Ihre Mutter hat sie nie kennengelernt, ihr Vater hat sie verstoßen und so muss Magiere schon früh selbst auf sich aufpassen. Auch Leesils Geschichte ist kein ungeschriebenes Blatt. Auf der Flucht vor seiner Vergangenheit lernt er Magiere in einem äußerst ungünstigen Moment kennen: er ist im Begriff sie zu bestehlen. Doch da ist etwas, das die beiden nicht voneinander loskommen lässt.

Und so tüfteln die beiden einen Plan aus, um an Geld zu kommen und sich selbst über die Runden zu bringen. Sie beginnen ihr Spiel, in dem sie gutgläubige Dorfbewohner hereinlegen und mit ihren Tricks eine gelungene Vampirjagd vorzuführen - auch wenn der vermeidliche Vampir der getarnte Leesil ist. Doch bald schon reicht Magiere das alles nicht mehr. Sie sehnt sich nach einem ruhigeren Leben, einem sesshaften und so beschließt sie eine Taverne in der Hafenstadt Miiska zu kaufen. Doch dann ereignen sich seltsame Dinge in der beschaulichen Stadt: Menschen verschwinden spurlos und die Verantwortlichen scheinen die Hände in den Schoß zu legen. Bald schon sieht Magiere sich mit ihrer Bestimmung konfrontiert ...  und ihrem Erbe. Denn sie ist ein Dhampir, eine Mischform, die das Blut der Vampire und das der Menschen in sich vereint.

Cover und Gestaltung: Das Cover gefällt mir persönlich recht gut. Es spiegelt die schaurige Atmosphäre, die während der ganzen Geschichte herrscht, wunderbar und man kann sich wirklich gut vorstellen, dass die Frau auf dem Cover Magiere sein soll. Die Kapitelanfänge sind schlicht aber sehr stilecht mit kleinen Fledermäusen verziert. Ich hatte sowohl die broschierte Ausgabe, als auch die Taschenbuchausgabe in der Hand und muss sagen, dass beide gleichgut in der Hand liegen und man beides sehr entspannt lesen kann.

In Dhampir begegnen wir Vampire außerhalb der typischen Urban-Fantasy-Atmosphäre: Es gelingt den Autoren eine High Fantasy-Welt mit der bekannten Vampirgeschichte zu vereinen ( wohl gemerkt nicht Vampirromanze). Wobei die Ortsnamen und die Namen der handelnden Personen sehr an ein mittelalterliches Osteuropa erinnern.

Vampire und Elfen sind nichts neues. Jeder kennt sie, die typischen Klichees. Vampire sind unsterblich, blass, von ungeheuerlicher Kraft, ertragen kein Sonnenlicht, Knoblauch oder Weihwasser und können von einem Holzpflock gepfählt werden. Elfen sind hochgewachsene oft hellblonde, unsterbliche Geschöpfe mit leichtfüßigem Gang und katzenhaften Augen. Auch die Autoren von Dhampir wissen um diese Klichees und wissen es sie geschickt einzusetzen. Die Mischung macht es aus, die Dhampir aus der Masse der Vampir- und Elfengeschichten herausstechen lässt.

In der Welt von Dhampir gibt es kein stures Schwarz-weiß-Denken. Die Autoren schaffen es sehr geschickt mit dieser Grauzone zu spielen. Wir haben hier keine perfekten Protagonisten, keine unantastbaren Helden, die nur einen kurzen Anstoß brauchen um ihre Bestimmung zu finden und die Welt zu retten. Wir lernen hier zwei Charaktere kennen, die mit ordentlichen Ecken und Kanten versehen sind. Beide haben sie eine Vergangenheit, eine Vergangenheit, die sie am liebsten vor den anderen verbergen würden. Und doch werden sie immer wieder von ihr verfolgt. Wir lernen hier zwei Personen kennen, die mit Rückschlägen zu kämpfen haben. Diese Ecken und Kanten tragen dazu bei, dass man mit den beiden mitfiebert und hofft, dass sie ihre Probleme überwinden und glücklich werden. Doch bei den Protagonisten hört es nicht auf. Auch die Antagonisten sind nicht abgrundtief böse. Die kleine Vampirtruppe, angeführt von Rasheed, die in Miiska ihr Unwesen treibt, habt ihren ganz eigenen Charme, der bei mir dafür gesorgt hat, dass ich zeitweise nicht mehr so ganz genau wusste, auf welcher Seite ich stehen sollte. Die Vampire erzählen die Geschichte kapitelweise aus ihrer eigenen Sicht und zeigen uns das, was hinter der schaurigen Vampirmaske steckt: auch sie haben ihre Vergangenheit, haben ihre Rückschläge erlitten und ihr Ziel stets vor Augen.

Hier findet man eine Vampirgeschichte mit viel Action und Spannung, die auf jegliche romantische Szenen verzichtet. Dennoch spürt man ( oder zumindest bilde ich mir das ein) eine Unsicherheit zwischen Magiere und Leesil, sodass ich mir vorstellen kann, dass sich in den nächsten Teilen ggf. etwas zwischen den beiden entwickelt. Wünschen würde ich es mir auf jeden Fall, weil die Interaktion der beiden sehr gelungen ist.

Insgesamt ist Dhampir eine High Fantasy Geschichte, die sich sehr gut und flüssig lesen lässt. Die Spannung bleibt während des ganzen Buches erhalten, sodass man es kaum aus den Händen legen kann. Ich selbst habe das Buch fast in einem weg gelesen und habe mir auch sofort den zweiten Teil gekauft um zu sehen, wie es mit Magiere und Leesil weitergeht. Wer also Vampire ohne Glitzer und Kitsch haben möchte und das in einem eher mittelalterlichen Setting ist mit Dhampir: Halbblut bestens beraten!

weitere Infos hier oder auf der Webside von Egmont Lyx


 Gesamtwertung



Aufmachung/ Cover  



Sprache/ Handwerk




Originalität der Idee




Lesefluss/ Handlung




Charaktere




Preis/Leistung




Gesamt


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