Yvonne Spiller - Krieg der Traumkinder

23:00 Katharina Erfling 0 Comments



erschienen bei: Book on Demand
Ersterscheinung: 4. Juni 2013
Einband: Taschenbuch
9,90€
ISBN: 9783732245215
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Der Schrei hallte durch das gesamte Königreich. Und mit diesem Schrei verstummte jedes andere Geräusch. Kein einziges Tier, kein Wesen war mehr zu hören alle hielten in ihrer Bewegung inne, die Blicke richteten sich gen Himmel und jedermanns Augen füllten sich mit Tränen. Schwere Wolken bedeckten sekundenschnell den hellblauen Himmel, Donner ließ das Land erbeben. Blitze schlugen wild durcheinander, von einer Wolke zur anderen. Totenstille brach über das Land.Jeder erwartete einen tödlichen Schlag der direkt aus den Wolken auf sie nieder drosch, den Hammer Thors, der aus dem Nichts erscheinen würde.Doch das was kam, damit rechnete niemand.

Schwierig diese Rezension. Vielleicht sollte ich mit dem Inhalt anfangen. Oder besser gesagt mit dem Versuch zu umreißen, was der Inhalt ist. Protagonist der Geschichte ist der Junge Karl, der in seinen Träumen immer wieder in eine andere Welt entführt wird. Dort hat er die Gestalt eines Zwerges, weil er sich in der richtigen Welt so klein und unbedeutend fühlt. Doch das Land ist im Wandel. Grausige Monster streifen durch den Traumwald, durch die Kinder hervorgerufen, die die Gesellschaft so ins schlechte verändert hat. Und in einer dieser Unruhen wird der Prinz des Reiches getötet...

Zu aller erst muss ich sagen: Das Buch gehört meiner Meinung nicht in den Verkauf sondern in die Schublade. Die Autorin hat das Buch als Trauerbewältigung nach dem Tod ihres Sohnes geschrieben ( vergleiche auch den Namen des Sohnes und den des Prinzen) und dafür ist es auch völlig okay. Aber für den Leser hat es nicht wirklich einen Mehrwert und ich hatte auch die ganze Zeit das Gefühl, dass das jetzt gerade nicht für mich bestimmt ist.

In meiner Tätigkeit im Radio wurde mir die Sandwich-Methode eingeprügelt und die werde ich auch heute wieder aus dem Hut zaubern. Erst was positives also. Der Titel hat mich direkt begeistert. Ich fand ihn echt klasse, sehr spannend und macht Lust auf mehr. Dazu das schlichte aber dennoch sehr aussagekräftige Cover ( wobei ich jetzt im Nachhinein gesehen habe, dass das Design doch ziemlich Standart ist). Leider konnte die Geschichte da nicht mithalten. Eigentlich geht es nur um die Trauer der Königin und des Volkes um ihren Prinzen Calvin ( der Name hat mich schon stutzen lassen, als er das erste Mal auftrat, weil es so überhaupt nicht reinpasst). Der Krieg von dem die ganze Zeit die Rede ist, ist plötzlich völlig egal und wird später in zwei Seiten abgehandelt. Die Erzählstruktur ist absolut wirr. Wir haben immer wieder Szenen in Karls Gegenwart, in der die Menschen die Auswirkungen der königlichen Trauer spüren, weil sie die Herrin über das Wetter ist. Aber auch hier schreibt die Autorin überhaupt nicht glaubwürdig oder überlegt.  Mehrmals musste ich mich wirklich an den Kopf fassen. Wie eine Szene in der die ganze Stadt eingefroren ist und die Spaßvögel dann dachten "Hey ist doch fest, lass mal gehen". Und ich schon nur denke "Das hat vielleicht die Nacht durchgefroren, das kann noch nicht hart sein. Seid ihr lebensmüde?" Ja und dann wundern sie sich, dass ein Auto einbricht.

Insgesamt war es recht mühsam zu lesen. Es gab immer wieder sehr holprige Stellen ( aber auch schöne, wenn nicht so viele) und andere die ganz schlichtweg falsch sind. Ob nun grammatisch oder rein logisch. Beispiel: Doch seine Königin nun so leiden zu sehen setzte ihn um Lichtjahre zu. Nicht nur, dass Lichtjahre ein Entfernungsmaß und keine Zeiteinheit ist, macht der Satz absolut keinen Sinn. Dazu kommen typographische und orthographische Fehler, die in mir nur den Verdacht bestätigen, dass das Buch keinen Lektor gesehen hat. Kann gar nicht.

Handlungsstränge werden aufgefasst und nicht beachtet. Was gebraucht wird, wird dort hingebogen, egal ob es Sinn macht oder nicht. Die Charaktere sind reine Stereotypen und die meiste Zeit nicht ernst zu nehmen. Weder die Königin oder der Prinz, noch Karl oder seine Freunde. Es gibt in der Geschichte nichts neues, auch wenn ich nach dem Titel darauf gehofft habe. Sehr gestört, fast schon geärgert hat mich eine Begegnung mit einer preußischen Königin. Sie ist plötzlich da, warum auch immer sie aus der Vergangenheit in die Gegenwart gekommen ist. Sie unterhält sich mit den Kindern und ist plötzlich wieder weg. Keine logische erklärung, kein Sinn in ihrem Auftritt.

Als ich am Ende angekommen bin, las ich dann, dass es sehr wohl eine Lektorin gegeben hat. Da frage ich mich doch allen ernstes ob sie das Buch tatsächlich kritisch gelesen hat, oder der Autorin nicht auf die Füße treten wollte ( immerhin eine heikle Entstehungsgeschichte). Doch rein vom außenstehenden Punkt hat die Geschichte keinen Mehrwert für den Leser. Der Titel ist schön, genau wie das Cover, ich mochte auch den Abschnitt auf dem Buchrücken ( der Moment als der Prinz starb), aber der Rest konnte nicht da anknüpfen. Die Handlung und die Charaktere waren unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar, die Welt stereotyp und die Konflikte wurden nicht abgehandelt, offene Handlungsstränge wurden einfach ignoriert. Und doch gab es auch Dinge, die mir gefallen haben. Sie hatte einige nette Ideen zum Thema Übergang in die Anderswelt und Leben nach dem Tod. Leider konnte das die Geschichte nicht retten.

Fazit: Eine Geschichte, geschrieben zur Trauerbewältigung und zu dem Zweck auch gut, jedoch ohne Mehrwert für den Leser. Deshalb

insgesamt:
 









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